α₁-Agonist (Vasopressor)INTENSIVPFLEGE ERFORDERLICHMITTEL DER ERSTEN WAHL BEI SEPTISCHEM SCHOCK

Noradrenalin

Noradrenalin Hameln · Levophed

Standardvasopressor beim septischen Schock und beim Vasoplegie-Syndrom nach herzchirurgischem Eingriff. Dominante α₁-Wirkung erhöht den systemvaskulären Widerstand und den MAP, mit geringer β₁-Wirkung die Herzfrequenz und Herzminutenvolumen kaum verändert. SSC-Leitlinien empfehlen Noradrenalin als Erstmittel mit MAP-Ziel ≥ 65 mmHg. Extravasation ist die häufigste Komplikation bei peripherer Gabe — Phentolamin lokal geben wenn Gewebsverfärbung auftritt.

WARNHINWEIS

Extravasation verursacht Gewebsnekrose. Bevorzugt in zentralem Zugang geben; bei peripherer Anwendung große Vene erforderlich und stündliche Kontrolle der Infusionsstelle.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Septischer Schock0,05–0,5 µg/kg/min i.v., gegen MAP ≥ 65 mmHg titrierenfrüh beginnen, nicht auf zentralen Zugang warten
Kardiogener Schock mit niedrigem MAP0,05–0,3 µg/kg/minoft in Kombination mit Inotropikum
Postoperative Vasoplegie0,02–0,2 µg/kg/minFlüssigkeitsstatus parallel bewerten
Ausschleichenin Schritten von 0,02 µg/kg/minMAP und Laktat kontrollieren
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung.

Kinder

0,05–2 µg/kg/min i.v., auf intensivmedizinische Verordnung.

Fallstrick

Vasopressor ersetzt nicht Volumen. Beim eindeutig hypovolämischen Patienten ohne Flüssigkeitsreagibilität-Beurteilung maskiert Noradrenalin das Problem. Extravasation sofort mit Phentolamin 5–10 mg subkutan lokal behandeln wenn Gewebsreaktion auftritt.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Nur intravenös
Vd
0,3–0,4 l/kg
2–3 Minuten
PROTEINBINDUNG
Gering
METABOLISMUS
COMT und MAO
AUSSCHEIDUNG
Renal als Metaboliten
HEMMT
Keine klinisch bedeutsame Enzyminhibition
WIRKUNGSEINTRITT
sofortig

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Reflexbradykardie, periphere Kälte, Kopfschmerzen
1–10 %
Arrhythmie, Angst, Hyperglykämie
< 1 %
Extravasationsnekrose, digitale Ischämie, Mesenterialischämie