Kalziumsensibilisator und InodilatorINTENSIVPFLEGE ERFORDERLICHMONITORING ERFORDERLICH

Levosimendan

Simdax

Inotropie ohne den Betarezeptor. Levosimendan bindet an Troponin C und macht Myofilamente kalziumempfindlicher, was die Kontraktionskraft steigert ohne den intrazellulären Kalziumspiegel zu erhöhen — und damit ohne den erhöhten Sauerstoffverbrauch und die Arrhythmiegefahr von Katecholaminen. Gleichzeitige Vasodilatation durch Öffnung von ATP-sensitiven Kaliumkanälen senkt die Vor- und Nachlast. Die lange Wirkungsdauer durch den aktiven Metaboliten OR-1896 ist Vorteil und Einschränkung zugleich.

WARNHINWEIS

Hypotonie ist die dosisbegrenzende Wirkung und kann ausgeprägt und langanhaltend werden. Nicht bei systolischem Blutdruck unter 90 mmHg oder bei signifikanter Hypovolämie geben, ohne diese zuerst zu behandeln.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Akut dekompensierte schwere chronische HerzinsuffizienzLadedosis 6–12 µg/kg i.v. über 10 Minuten, danach Infusion 0,1 µg/kg/min für 24 Stundenzugelassene Indikation, Einmalkur
Dosisanpassung während InfusionAuf 0,05 µg/kg/min senken bei Hypotonie oder Tachykardie, auf 0,2 µg/kg/min erhöhen bei unzureichender Wirkungnach 30–60 Minuten auswerten
Hypotonie oder gleichzeitige vasodilatierende BehandlungLadedosis weglassen, direkt mit 0,05–0,1 µg/kg/min beginnengängiges Vorgehen bei vorbehandelten Patienten
Niedrige Ladedosis6 µg/kg wenn Patient Vasodilatatoren nimmt oder Blutdruck grenzwertig ist12 µg/kg nur bei stabilem Blutdruck
BehandlungsdauerInfusion nach 24 Stunden beendenWirkung hält bis zu einer Woche über den Metaboliten an, nicht unnötig wiederholen
Niereninsuffizienz

Mit Vorsicht bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion — Metaboliten OR-1855 und OR-1896 werden renal eliminiert und akkumulieren. Kontraindiziert bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min).

Leberfunktionsstörung

Vorsicht bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion. Kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz.

Kinder

Unzureichende Dokumentation bei Kindern; Anwendung außerhalb zugelassener Indikation auf kinderkardiologische Verordnung.

Fallstrick

Nicht als akute Rettungsinotropie bei kardiogenem Schock mit niedrigem Blutdruck einsetzen — der Wirkungseintritt ist langsam und die Vasodilatation senkt den MAP weiter, und der langanhaltende Metabolit erlaubt keine rasche Gegensteuerung. In dieser Situation sind Dobutamin oder Noradrenalin die steuerbaren Erstmittel.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Nur intravenös
Vd
0,2 l/kg
1 Stunde (Muttersubstanz)
AKTIVER METABOLIT
OR-1896, HWZ 75–80 Stunden
WIRKUNGSDAUER
Bis zu 7–9 Tage nach Ende der Infusion
PROTEINBINDUNG
97–98 %
METABOLISMUS
Konjugierung; ein Teil wird im Darm zu OR-1855 reduziert und zu OR-1896 acetyliert
AUSSCHEIDUNG
Renal und fäkal als Metaboliten

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Hypotonie, ventrikuläre Tachykardie, Kopfschmerzen
1–10 %
Hypokaliämie, Vorhofflimmern, Extrasystolen, Tachykardie, Schwindel, Übelkeit, Anämie, Hypokalämie
< 1 %
Kammerflimmern, refraktäre Hypotonie mit Organhypoperfusion