Simdax
Inotropie ohne den Betarezeptor. Levosimendan bindet an Troponin C und macht Myofilamente kalziumempfindlicher, was die Kontraktionskraft steigert ohne den intrazellulären Kalziumspiegel zu erhöhen — und damit ohne den erhöhten Sauerstoffverbrauch und die Arrhythmiegefahr von Katecholaminen. Gleichzeitige Vasodilatation durch Öffnung von ATP-sensitiven Kaliumkanälen senkt die Vor- und Nachlast. Die lange Wirkungsdauer durch den aktiven Metaboliten OR-1896 ist Vorteil und Einschränkung zugleich.
Hypotonie ist die dosisbegrenzende Wirkung und kann ausgeprägt und langanhaltend werden. Nicht bei systolischem Blutdruck unter 90 mmHg oder bei signifikanter Hypovolämie geben, ohne diese zuerst zu behandeln.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Akut dekompensierte schwere chronische Herzinsuffizienz | Ladedosis 6–12 µg/kg i.v. über 10 Minuten, danach Infusion 0,1 µg/kg/min für 24 Stunden | zugelassene Indikation, Einmalkur |
| Dosisanpassung während Infusion | Auf 0,05 µg/kg/min senken bei Hypotonie oder Tachykardie, auf 0,2 µg/kg/min erhöhen bei unzureichender Wirkung | nach 30–60 Minuten auswerten |
| Hypotonie oder gleichzeitige vasodilatierende Behandlung | Ladedosis weglassen, direkt mit 0,05–0,1 µg/kg/min beginnen | gängiges Vorgehen bei vorbehandelten Patienten |
| Niedrige Ladedosis | 6 µg/kg wenn Patient Vasodilatatoren nimmt oder Blutdruck grenzwertig ist | 12 µg/kg nur bei stabilem Blutdruck |
| Behandlungsdauer | Infusion nach 24 Stunden beenden | Wirkung hält bis zu einer Woche über den Metaboliten an, nicht unnötig wiederholen |
Mit Vorsicht bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion — Metaboliten OR-1855 und OR-1896 werden renal eliminiert und akkumulieren. Kontraindiziert bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min).
Vorsicht bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion. Kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz.
Unzureichende Dokumentation bei Kindern; Anwendung außerhalb zugelassener Indikation auf kinderkardiologische Verordnung.
Nicht als akute Rettungsinotropie bei kardiogenem Schock mit niedrigem Blutdruck einsetzen — der Wirkungseintritt ist langsam und die Vasodilatation senkt den MAP weiter, und der langanhaltende Metabolit erlaubt keine rasche Gegensteuerung. In dieser Situation sind Dobutamin oder Noradrenalin die steuerbaren Erstmittel.