V₁-Rezeptoragonist (nicht-katecholaminer Vasopressor)INTENSIVPFLEGE ERFORDERLICHZUSATZ ZU NORADRENALIN

Vasopressin

Empressin

Vasopressor, der außerhalb des adrenergen Systems wirkt und daher seine Wirkung beibehält wenn die Katecholaminantwort bei Azidose und prolongierter Sepsis versagt. V₁-vermittelte Vasokonstriktion erhöht den systemischen Gefäßwiderstand ohne das Herzminutenvolumen zu steigern und ohne chronotropen Effekt — was das Präparat nützlich macht ist, dass es den MAP anhebt und eine Reduktion der Noradrenalindosis erlaubt ohne eine arrhythmische Belastung hinzuzufügen. Wird als feste Dosis gegeben, nicht als titrierter Hauptvasopressor.

WARNHINWEIS

Reine Vasokonstriktion ohne Inotropie. Bei Dosen über 0,04 E/min steigt das Risiko für digitale, kutane und splanchnische Ischämie deutlich, und das Herzminutenvolumen kann fallen. Nicht nach oben titrieren bei unzureichendem Effekt — stattdessen andere Behandlung hinzufügen oder optimieren. Extravasation verursacht Hautnekrose.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Septischer Schock, Zusatz zu Noradrenalin0,01–0,04 E/min i.v. als kontinuierliche Infusion, feste Dosiseinleiten wenn der Noradrenalibedarf steigt, nicht als Erstlinienmittel
Übliche Zieldosis0,03–0,04 E/minnicht gegen MAP titriert, höhere Dosen ergeben Ischämie ohne hämodynamischen Gewinn
Katecholaminrefraktärer vasodilatatorischer Schock0,01–0,04 E/min als Zusatzzum Beispiel postoperative Vasoplegia nach Herzchirurgie
AbsetzenSchrittweise in Schritten von 0,01 E/min nach Noradrenalinreduktionabruptes Absetzen verursacht Blutdruckabfall
Herzstillstand40 E i.v. als Einmalbolusin aktuellen europäischen Reanimationsleitlinien nicht enthalten, Adrenalin ist erste Wahl
Niereninsuffizienz

Keine etablierte Dosisanpassung. V₂-Effekt ergibt Wasserretention und Hyponatriämie — Natrium und Diurese verfolgen.

Leberfunktionsstörung

Keine etablierte Dosisanpassung.

Kinder

Unzureichende Dokumentation; nur auf kinderintensivmedizinische Verordnung.

Fallstrick

Nicht als einziger Vasopressor und Dosissteigerung über 0,04 E/min vermeiden. Vasopressin hebt den Druck ohne den Fluss zu heben, so dass bei Patienten mit kardiogener Komponente der MAP besser aussehen kann während das Herzminutenvolumen und die Organperfusion schlechter werden — immer Laktat, Diurese und periphere Durchblutung beurteilen, nicht nur den Druckwert.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Nur intravenös
WIRKUNGSEINTRITT
Minuten
10–20 Minuten
WIRKUNGSDAUER
30–60 Minuten nach Ende der Infusion
REZEPTOREN
V₁ (glatte Gefäßmuskulatur), V₂ (Nierensammelrohr)
METABOLISMUS
Vasopressinasen in Leber und Niere
AUSSCHEIDUNG
Renal, ca. 5 % unverändert
Vd
0,14 l/kg

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Blässe und periphere Kälte, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hyponatriämie
1–10 %
Arrhythmie, Bradykardie, vermindertes Herzminutenvolumen, Thrombozytopenie, Transaminasenanstieg
< 1 %
Digitale und kutane Nekrose, mesenteriale Ischämie, Myokardischämie, Extravasationsnekrose