Isoprenalin APL · Isuprel
Pharmakologischer Herzschrittmacher. Starke β₁-Stimulierung erzeugt ausgeprägte Chronotropie und Inotropie, während ebenso starke β₂-Stimulierung die Gefäße erweitert — vollständig ohne Alphawirkung. Die Folge ist, dass die Herzfrequenz steigt während der systemvaskuläre Widerstand und der diastolische Blutdruck sinken, sodass das Präparat die Frequenz erhöht, aber nicht den Druck. Eingesetzt wo die Frequenz selbst das Problem ist: Bradykardie in Erwartung einer Schrittmacheranlage, bradykardieabhängige Torsades de pointes und elektrischer Sturm beim Brugada-Syndrom.
Isoprenalin erhöht den myokardialen Sauerstoffverbrauch, während der diastolische Druck und damit die Koronarperfusion sinken. Bei ischämischer Herzerkrankung kann es Infarkt und ventrikuläre Arrhythmien auslösen. Nicht bei Tachyarrhythmie, Digitalisintoxikation oder ausgeprägter Hypovolämie geben, und niemals ohne kontinuierliche Telemetrie und Bereitschaft zur transkutanen oder transvenösen Schrittmachertherapie.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Symptomatische Bradykardie oder AV-Block II–III | 0,5–10 µg/min i.v., gegen Herzfrequenz und Symptome titrieren | Überbrückung bis zur Schrittmacherimplantation, keine definitive Behandlung |
| Bradykardieabhängige Torsades de pointes | 0,5–10 µg/min i.v. mit Ziel-Herzfrequenz 90–110/min | nach Magnesium; Frequenzerhöhung verkürzt QT und bricht die Arrhythmie |
| Elektrischer Sturm beim Brugada-Syndrom | Bolus 1–2 µg i.v., danach Infusion 0,5–5 µg/min | normalisiert ST-Hebung in V₁–V₂ und dämpft die Arrhythmielast |
| Betablockerintoxikation (zweite Wahl) | 0,5–10 µg/min i.v., oft hohe Dosen | Glucagon und Hochdosis-Insulin sind die primäre Behandlung |
| Absetzen | Ausschleichen wenn Schrittmacher oder kausale Behandlung vorhanden ist | kurze Wirkungsdauer, Effekt klingt innerhalb von Minuten ab |
Keine etablierte Dosisanpassung.
Keine etablierte Dosisanpassung.
0,05–2 µg/kg/min auf kinderkardiologische Verordnung; gegen Herzfrequenz titrieren.
Bei ischämischer Bradykardie in der Akutphase des Myokardinfarkts vermeiden: die erhöhte Frequenz und die gesunkene diastolische Koronarperfusion können den Infarkt ausdehnen, und ein Schrittmacher ist dann die sicherere Wahl. Auch nicht als blutdrucksteigerndes Mittel einsetzen — Isoprenalin senkt den mittleren Arteriendruck und ist das falsche Werkzeug bei Hypotonie.