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Klinische Echokardiographie

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  1. Einführung in Ultraschall und Echokardiographie
    12 Themen
  2. Hämodynamische Prinzipien und Berechnungen
    5 Themen
  3. Die echokardiographische Untersuchung
    3 Themen
  4. Linksventrikuläre Funktion
    11 Themen
  5. Linksventrikuläre diastolische Funktion
    3 Themen
  6. Kardiomyopathien
    7 Themen
  7. Herzklappenerkrankungen
    8 Themen
  8. Verschiedene Krankheiten und Zustände
    5 Themen
  9. Perikarderkrankung
    2 Themen
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Prinzipien echokardiographischer Untersuchungen

Bei Kleinkindern ist es möglich, die gesamte transthorakale Echokardiographie (TTE) mit dem Kind in Rückenlage durchzuführen. Dies ist aufgrund des geringen Abstands zwischen dem Herzen und dem Ultraschallkopf möglich und weil weniger luftgefülltes Lungengewebe das Herz bedeckt. Bei Erwachsenen ist der Abstand zwischen dem Herzen und dem Schallkopf jedoch größer und das Lungengewebe verdeckt das Herz. Daher werden bei Erwachsenen die meisten Bilder einer TTE mit dem Patienten in der linken lateralen Dekubitusposition gemacht. In dieser Position ist das Herz näher an der Thoraxwand und wird von weniger Lungengewebe verdeckt. Einige Bilder der TTE werden mit dem Patienten in Rückenlage gemacht.

Um die bestmögliche Bildqualität, Patientensicherheit und Ergonomie für den Untersuchenden zu erhalten, werden spezielle Untersuchungstische verwendet. Diese Tische sind mit einer Öffnung ausgestattet, bei der der Ultraschallkopf frei manövriert und sogar vertikal positioniert werden kann. Dies ist wichtig, um Bilder aus apikalen Fenstern zu erhalten.

Der linke Arm des Patienten sollte unter den Kopf des Patienten gelegt werden. Dadurch wird die Brustwand gestreckt, so dass die Abstände zwischen den Rippen größer werden und breitere Fenster für den Ultraschallstrahl bieten.

Der Untersuchende kann je nach Vorliebe auf beiden Seiten des Patienten sitzen. Es sollte eine Ellenbogenstütze verwendet werden und vermieden werden, den Rücken während der Untersuchung zu biegen. Arbeitsbedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates sind eine häufige Ursache für Schmerzen und Krankheitsunterbrechungen bei Ärzten, die mit Ultraschall arbeiten (Harrison et al).

Bei der Durchführung einer Notfall-Echokardiographie oder einer Untersuchung ohne geeignete Untersuchungsliege kann es schwierig sein, Bilder in der linken seitlichen Dekubitusposition zu erhalten. Dies wirkt sich besonders auf Bilder aus, die in apikalen Schnitten erhalten werden (siehe: Die echokardiographische Standarduntersuchung: Ein vollständiges Bildgebungsprotokoll). Trotzdem gibt es ganz klare Vorteile von Notfalluntersuchungen am Krankenbett, unabhängig von der Bildqualität.

Der Ultraschallkopf wird mit Daumen und Zeigefinger an der Spitze gehalten, während die restlichen Finger den Griff stabilisieren. Der Schallkopf neigt aufgrund des Gels dazu, aus der Position zu rutschen. Ein oder zwei Finger können sanft auf die Haut gelegt werden, um die Position des Schallkopfes zu stabilisieren. Das Ultraschallgel ist wichtig, da es die Kontaktfläche zwischen dem Schallkopf und der Haut maximiert. Das Gel sollte großzügig verwendet werden. Außer dem Gel ist es wichtig, etwas Druck auszuüben, wenn der Schallkopf auf der Haut gehalten wird. Patienten mit ausgedehntem subkutanem Fett benötigen einen stärkeren Druck.

Orientierung des Ultraschallkopfes

Alle Ultraschallsonden haben eine Markierung, die zur Orientierung im Ultraschallbild dient. Die Markierung wird verwendet, um im erhaltenen Bild die linke und rechte Seite zu bestimmen. Abbildung 1 zeigt, wie die Markierung zur Orientierung genutzt wird.

Abbildung 1. Orientierung mithilfe der Markierung.
Abbildung 1. Orientierung mithilfe der Markierung.

Bildqualität

Verschiedene Methoden zur Optimierung der Bildqualität wurden bereits diskutiert (siehe Optimierung des Ultraschallbildes). Hier werden nur die wichtigsten Prinzipien nochmal zusammengefasst.

Moderne Ultraschallsysteme verwenden harmonic imaging, was bedeutet, dass das Ultraschallgerät Ultraschallwellen mit einer bestimmten Frequenz aussendet und anschließend reflektierte Schallwellen mit der doppelten Frequenz der emittierten Wellen aufzeichnet. Wenn das Gerät also Schallwellen mit 1,7 MHz aussendet, empfängt es reflektierte Schallwellen nur bei 3,4 MHz. Man kann die Frequenz des emittierten Schalls erhöhen, wenn man Objekte untersucht, die sich in der Nähe des Schallkopfes befinden, und umgekehrt (d.h. die Frequenz wird bei der Untersuchung entfernter Objekte reduziert). Diese Konzepte wurden schon zuvor ausführlich diskutiert.

Der Signalverstärkung (Gain) wird mit TGC und gain control reguliert, wie bereits erwähnt. Der Gain muss kalibriert werden, und zwar sollten blutgefüllte Räume (ventrikuläre Hohlräume, Vorhofhöhlen, Gefäße) im Bild schwarz erscheinen. Wenn diese Räume in einem Grauton erscheinen, muss der Gain reduziert werden.

Bei Verwendung des Farbdopplers sollte der Nyquist-Grenzwert zwischen 50 und 60 cm/s liegen, der Farbsektor sollte so klein wie möglich sein. Je größer der Sektor, desto niedriger ist die zeitliche Auflösung.

Bei Verwendung des pulsed-wave-Dopplers sollte das Sample Volume bei der Messung hoher Geschwindigkeiten (Durchfluss über die Aortenklappe, Mitralklappe, Trikuspidalklappe und Pulmonalisklappe) 3 bis 4 mm betragen. Bei allen anderen Messungen, z.B. Gewebedoppler, venösem Fluss, Bewegung der AV-Ebene, sollte das Sample Volume 5 bis 7 mm breit sein.

Bei Verwendung des Spektraldopplers sollte der Hintergrund schwarz sein, sonst muss der Gain reduziert werden. Das Spektralsignal muss deutlich und hell sein.

Referenzen

Harrison et al: Work-related musculoskeletal disorders in ultrasound: Can you reduce risk? Ultrasound.

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