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Klinische Echokardiographie

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  1. Einführung in Ultraschall und Echokardiographie
    12Themen
  2. Hämodynamische Prinzipien und Berechnungen
    5Themen
  3. Die echokardiographische Untersuchung
    3Themen
  4. Linksventrikuläre Funktion
    11Themen
  5. Linksventrikuläre diastolische Funktion
    3Themen
  6. Kardiomyopathien
    7Themen
  7. Herzklappenerkrankungen
    8Themen
  8. Verschiedene Krankheiten und Zustände
    5Themen
  9. Perikarderkrankung
    2Themen
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Koronararterien und ihre Territorien

Die beiden Hauptkoronararterien entspringen im Aortenbulbus (Abbildung 1):

  • Die rechte Koronararterie (arteria coronaria dextra [ACD], engl. right coronary artery [RCA]) entspringt aus dem rechten Sinus aortae im Aortenbulbus
  • Die linke Koronararterie (arteria coronaria sinistra [ACS], engl. left main coronary artery [LMCA]) entspringt aus dem linken Sinus aortae im Aortenbulbus. Die LMCA ist kurz und teilt sich in die zwei Arterien, die die vordere und linke Seite des Herzens versorgen:
    • Ramus interventricularis anterior (RIVA, engl. auch left anterior descending artery, LAD)
    • Ramus circumflexus (RCX, engl. auch left circumflex artery, LCX)

Abbildung 1 zeigt die Koronararterien und ihre Beziehung zu den EKG-Ableitungen. In Abbildung 1 wird ein Rechtsversorgungtyp gezeigt (d.h. die PDA wird von der RCA versorgt).

Abbildung 1. Die Koronararterien und ihre Beziehung zu den EKG-Ableitungen. Die Lokalisation des Myokardinfarkts/Ischämie erfolgt anhand von EKG-Veränderungen zur Bestimmung des betroffenen Bereichs und der korrespondierenden verschlossenen Koronararterie.
Abbildung 1. Die Koronararterien und ihre Beziehung zu den EKG-Ableitungen. Die Lokalisation des Myokardinfarkts/Ischämie erfolgt anhand von EKG-Veränderungen zur Bestimmung des betroffenen Bereichs und der korrespondierenden verschlossenen Koronararterie.

Abbildung 2 zeigt die koronararteriellen Territorien im Verhältnis zu den 17 Segmenten des linken Ventrikels.

Abbildung 2. Zuordnung der 17 Myokardsegmente zu den Territorien des Ramus interventricularis anterior (engl. auch left anterior descending artery, LAD), der rechten Koronararterie (engl. right coronary artery, RCA) und des Ramus circumflexus (engl. auch left circumflex artery, LCX).
Abbildung 2. Zuordnung der 17 Myokardsegmente zu den Territorien des Ramus interventricularis anterior (engl. auch left anterior descending artery, LAD), der rechten Koronararterie (engl. right coronary artery, RCA) und des Ramus circumflexus (engl. auch left circumflex artery, LCX).

Versorgungstypen der Koronararterien: linke vs. rechte Dominanz

Die Koronararterie, die den RIVP (Ramus interventricularis posterior, engl. auch posterior descending coronary artery, PDA) versorgt, bestimmt den Versorgungstyp der Koronararterie (Abbildung 1). Der RIVP versorgt die untere Wand des linken Ventrikels. Ein Rechtsversorgungstyp bedeutet, dass der RIVP von der rechten Koronararterie (RCA) versorgt wird. Wenn der RIVP hingegen vom Ramus circumflexus (RCX) versorgt, wird dies als Linksversorgungstyp bezeichnet. Der Rechtsversorgungstyp ist bei weitem die häufigste anatomische Variante und tritt bei 90% aller Personen auf.

Rechte Koronararterie (RCA)

  • Die rechte Koronararterie (RCA) versorgt den gesamten rechten Ventrikel über die Ramus marginalis dexter
  • Bei 90% der Personen gibt die rechte Koronararterie (RCA) den Ramus interventricularis posterior (RIVP) ab, der die inferiore Wand des linken Ventrikels versorgt. Wenn die RVIP aus der RCA stammt, wird diese anatomische Variante als Rechtsversorgungstyp bezeichnet (wenn hingegen der RIVP aus dem Ramus circumflexus (RCX) stammt, wird dies als Linksversorgungstyp bezeichnet)
  • Bei Patienten mit Rechtsversorgungstyp versorgt die rechte Koronararterie (RCA) den atrioventrikulären Knoten (AV-Knoten)
  • Bei 60% der Personen gibt die rechte Koronararterie (RCA) Gefäße an den sinoatrialen Knoten (SA-Knoten) ab
  • Das posteriore Drittel des interventrikulären Septums wird von der rechten Koronararterie (RCA) versorgt
  • Arterien zur Hinterwand (diese Gefäße zweigen erst nach Abgang des Ramus marginalis dexter ab) können von der RCA (und ansonsten vom RCX) stammen

Ramus interventricularis anterior (RIVA bzw. LAD)

  • Die LAD versorgt die anterioren zwei Drittel des interventrikulären Septums (dieses Gebiet wird als anteroseptaler Bereich bezeichnet).
  • Die LAD versorgt die große anterosuperiore Wand (oft als Vorderwand bezeichnet) und den apikalen Teil der Seitenwand
  • Die LAD kann sich bis zur inferioren Wand strecken und dessen apikalsten Bereich versorgen (dieser Bereich wird als inferoapikaler Bereich bezeichnet). Gelegentlich ist die LAD sehr lang und versorgt einen erheblichen Teil der inferioren Wand. Diese Variante der LAD wird als Wrap-around-LAD bezeichnet (weil sie sich um den Apex wickelt)

Ramus circumflexus (RCX bzw. LCX)

  • Bei 90% der Personen ist die Koronarzirkulation rechtsdominant, was bedeutet, dass der RIVP von der RCA abgegeben wird. Bei diesen Personen versorgt der RCX nur den basalen und mittleren Teil der posterolateralen Wand. Wie bereits erwähnt ist dieser Teil des linken Ventrikels mit den konventionellen Ableitungen im 12-Kanal-EKG schwer zu erfassen
  • Bei 10% der Personen ist der Koronarkreislauf linksdominant, was bedeutet, dass der RIVP vom RCX stammt. Somit versorgt der RCX die untere Wand in 10% aller Personen
  • Der RCX versorgt den AV-Knoten in 10% aller Personen
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