Back to Kurse

Klinische EKG-Interpretation

0% Complete
0/0 Steps
  1. Klinische Elektrokardiographie und EKG-Interpretation
    6 Themen
  2. Arrhythmologie
    24 Themen
  3. Koronare (Ischämische) Herzkrankheit, akuten Koronarsyndromen und Myokardinfarkt
    21 Themen
  4. Leitungsverzögerung: AV-Blöcke, Schenkelblöcke, Faszikelblöcke
    11 Themen
  5. Atriale und ventrikuläre Hypertrophie und Dilatation
    5 Themen
  6. Medikamente & Elektrolytstörung
    3 Themen
  7. Genetik, Syndrome & Verschiedene Bedingungen
    7 Themen
  8. Belastungstest (Laufbandtest, Belastungs-EKG)
    6 Themen
  9. Herzschrittmacher und Herzgeräte crt icd
    6 Themen
  10. Pädiatrisches und neonatales EKG
    4 Themen
Lektion Progress
0% Complete

Takotsubo-Kardiomyopathie (broken heart syndrome, stressinduzierte Kardiomyopathie)

Die Takotsubo-Kardiomyopathie ist eine ziemlich eigenartige und sicherlich akute Erkrankung. In den letzten Jahren wurde dieser Erkrankung viel Forschung gewidmet. Die meisten Fälle (70%) der Takotsubo-Kardiomyopathie treten in Situationen mit extremen Belastungen (wie Autounfällen, Waffengewalt, Bedrohungen) oder/und in Situationen, in denen das Leben der Person in Gefahr ist (oder es so wahrgenommen wird), auf. Die Takotsubo-Kardiomyopathie tritt bei Frauen (70% sind Frauen) und älteren Personen wesentlich häufiger auf.

Klinische Merkmale und EKG-Veränderungen der Takotsubo-Kardiomyopathie

Der typische Patient weist starke Brustschmerzen, Dyspnoe und gelegentlich hämodynamische Beeinträchtigungen auf. Das EKG zeigt lokalisierte ST-Streckenhebungen, T-Wellen-Inversionen und gelegentlich pathologische Q-Wellen. Der Troponinspiegel ist oft leicht erhöht. Daher kann die Takotsubo-Kardiomyopathie nicht vom ST-Hebungsinfarkt unterschieden werden.

Aufgrund ihrer klinischen Präsentation werden diese Patienten sofort zur Angiographie überwiesen, dort kann jedoch keine Koronararterienokklusion festgestellt werden. Die Injektion von Kontrastmitteln in den Ventrikel zeigt stattdessen, dass der apikale Teil des linken Ventrikels dilatiert ist (daher der Begriff „apical ballooning syndrome“). Dieses Syndrom wurde erstmals 1991 in Japan beschrieben, und die Autoren nannten es Takotsubo, welches das japanische Wort für eine Art Oktopusfalle ist (der linke Ventrikel nimmt die Form dieser Oktopusfalle an). Siehe Abbildung 1 und Abbildung 2.

Abbildung 1. Echokardiogramm zeigt Takotsubo-Kardiomyopathie in der akuten Phase (A) und der Auflösungsphase (B). Beachten Sie die apikale Ballonfahrt des apikalen Teils des linker Ventrikel (A). Quelle. Quelle.
Abbildung 1. Echokardiogramm zeigt Takotsubo-Kardiomyopathie in der akuten Phase (A) und der Auflösungsphase (B). Beachten Sie die apikale Ballonfahrt des apikalen Teils des linker Ventrikel (A). Quelle. Quelle.
Figure 2. Left ventriculography during systole showing apical ballooning akinesis with basal hyperkinesis in a characteristic takotsubo ventricle.
Abbildung 2. Eine linke Ventrikulographie während der Systole zeigt eine das „apicale balooning“ mit basaler Hyperkinese bei einem charakteristischen Takotsuboventrikel.

Studien aus den USA und Japan haben geschätzt, dass bis zu 2% der Patienten, die mit Verdacht auf STE-ACS/STEMI zur PCI geschickt werden, tatsächlich eine Takotsubo-Kardiomyopathie haben. Frühere Studien berichteten, dass 98 von 100 Fällen eine vollständige Genesung hatten. Neuere Studien haben berichtet, dass die Mortalitätsraten 4% erreichen.

EKG bei Takotsubo-Kardiomyopathie

  • 80% der Patienten haben lokalisierte ST-Streckenhebungen (meist in den Brustwandableitungen). Die Morphologie der ST-Streckenhebungen kann nicht von denen unterschieden werden, die bei STEMI/STE-ACS zu sehen sind.
  • 64% haben T-Wellen-Veränderungen (meist Inversionen), die die ST-Streckenhebungen begleiten.
  • 32% haben pathologische Q-Wellen.

Obwohl mehrere Kriterien vorgeschlagen wurden, kann das EKG eine Takotsubo-Kardiomyopathie nicht von einem STE-ACS/STEMI unterscheiden (Johnsson et al, Int J Cardiol, 2011). Daher müssen diese Patienten als STE-ACS/STEMI behandelt werden, bis eine Angiographie durchgeführt wurde. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Troponine erhöht sein können. Der Anstieg ist jedoch typischerweise diskret und entspricht nicht dem Grad der linksventrikulären Beeinträchtigung.

Pathophysiologie der Takotsubo-Kardiomyopathie

Dieses Thema wird noch untersucht. Eine Reihe von plausiblen Mechanismen wurden vorgeschlagen, wie unter anderem ein Vasospasmus der Koronararterie, eine dysfunktionelle Kapillarfunktion und Katecholamintoxizität. Die letztere Theorie wird durch die Feststellung bekräftigt, dass 75% der Patienten einen erhöhten Plasmaspiegel an Katecholaminen haben.

Referenzen

Lyon et al: Current state of knowledge on Takotsubo syndrome: a Position Statement from the Taskforce on Takotsubo Syndrome of the Heart Failure Association of the European Society of Cardiology.

error: Contact us for permission to use contents. Permission will be granted for non-profit sites.

Weiterlesen mit EKGECHO.DE

Die Anzahl an frei nutzbaren EKGECHO-Kapiteln ist ausgeschöpft.