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Klinische EKG-Interpretation

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  1. Klinische Elektrokardiographie und EKG-Interpretation
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  10. Pädiatrisches und neonatales EKG
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Atriale Vergrößerung: Vergrößerung des linken Vorhofs (P mitrale) und des rechten Vorhofs (P pulmonale)

Die Vorhöfe können pathologisch dilatiert und/oder hypertrophiert sein. Wie bei der ventrikulären Vergrößerung kann im EKG eine Dilatation nicht von einer Hypertrophie unterscheiden werden, weshalb einige Experten vorgeschlagen haben, den Begriff Vorhofabnormalität anstatt Vergrößerung zu verwenden. Die atriale Vergrößerung/Anomalie begleitet oft eine ventrikuläre Vergrößerung. Das EKG hat, wie zu erwarten, eine geringe Sensitivität, aber hohe Spezifität für den Nachweis einer Vorhofvergrößerung. Die Vergrößerung des linken Vorhofs wird auch als P mitrale und die Vergrößerung des rechten Vorhofs oft als P pulmonale bezeichnet. Die Gründe dafür werden im Folgenden erläutert.

Die normale P-Wellenkontur im EKG

Die normale P-Welle (Abbildung 1, oberes Panel) ist typischerweise glatt, symmetrisch und positiv. Die P-Welle in Ableitung II kann jedoch durch zwei Höcker leicht asymmetrisch sein. Dies ist oft (aber nicht immer) bei normalen EKG-Aufzeichnungen zu sehen und erklärt sich dadurch, dass die Vorhöfe nacheinander depolarisieren, wobei der rechte Vorhof vor dem linken Vorhof depolarisiert. Die erste Hälfte der P-Welle spiegelt daher die Aktivierung des rechten Vorhofs wider, während die zweite Hälfte die Aktivierung des linken Vorhofs widerspiegelt. Dies ist in Abbildung 1 (oberes Feld) dargestellt. Darüber hinaus kann die P-Welle in Ableitung V1 leicht biphasisch (diphasisch) sein, was bedeutet, dass der terminale Teil der P-Welle negativ ist (Abbildung 1, oberes Panel). Dieser negative Ausschlag ist in der Regel <1 mm tief. Die Amplitude einer normalen P-Welle überschreitet in keiner Extremitätenableitung 2,5 mm.

Referenzwerte für die P-Welle

  • Der negative Ausschlag biphasischer (diphasischer) P-Wellen ist im Allgemeinen <1 mm tief.
  • P-Wellen-Dauer ≤0,12 Sekunden
  • P-Wellen-Amplitude in den Extremitätenableitungen <2,5 mm.
Figure 1. Die EKG-Kontur der normalen P-Wellen, des P mitrale (linksatriale Vergrößerung) und des P pulmonale (rechtsatriale Vergrößerung).
Abbildung 1. Die EKG-Kontur der normalen P-Wellen, des P mitrale (linksatriale Vergrößerung) und des P pulmonale (rechtsatriale Vergrößerung).

Abnormale P-Wellen: Vorhofvergrößerung

Wenn ein Vorhof vergrößert wird (typischerweise als Kompensationsmechanismus), wird sein Beitrag zur P-Welle verstärkt. Die Vergrößerung des linken und rechten Vorhofs verursacht typische P-Wellen-Veränderungen in den Ableitungen II und V1 (Abbildung 1, zweites und drittes Panel).

P pulmonale: Vergrößerung des rechten Vorhofs (Hypertrophie, Dilatation)

Die Vergrößerung des rechten Vorhofs ist üblicherweise die Folge eines erhöhten Widerstands gegen die Entleerung des Blutes in den rechten Ventrikel. Dies kann auf eine Lungenklappenstenose, einen erhöhten Pulmonalarteriendruck usw. zurückzuführen sein. Der rechte Vorhof muss sich dann vergrößern (Hypertrophie), um Blut in den rechten Ventrikel pumpen zu können. Die rechtsatriale Vergrößerung (Hypertrophie) führt zu stärkeren elektrischen Strömen und damit zu einer Vergrößerung des Beitrags des rechten Vorhofs zur P-Welle. Die P-Welle zeigt eine höhere Amplitude in Ableitung II und V1. Eine solche P-Welle wird P pulmonale genannt, da eine Lungenerkrankung die häufigste Ursache ist (Abbildung 1). Die P-Wellen-Amplitude beim P pulmonale beträgt >2,5 mm.

P mitrale: Vergrößerung des linken Vorhofs (Hypertrophie, Dilatation)

Wenn der linke Vorhof auf einen erhöhten Widerstand stößt (aufgrund einer Mitralklappenstenose, Mitralklappeninsuffizienz, Bluthochdruck, hypertropher Kardiomyopathie), vergrößert er sich (Hypertrophie), was seinen Beitrag zur P-Welle verstärkt. Der zweite Höcker in Ableitung II wird größer und der negative Ausschlag in V1 wird tiefer. Dies wird als P mitrale bezeichnet, da eine Mitralklappenerkrankung eine häufige Ursache ist (Abbildung 1). Die Dauer der P-Welle wird in Ableitung II 120 Millisekunden überschreiten.

Biatriale Abnormalität/Erweiterung

Biatriale Abnormalität bedeutet, dass das EKG sowohl eine Vergrößerung des linken als auch des rechten Vorhofs anzeigt, d.h. eine große P-Welle in Ableitung II und eine große biphasische P-Welle in Ableitung V1.

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